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Ablauf Psychotherapie

Der inhaltliche Ablauf der psychotherapeutischen Behandlung beginnt mit bis zu vier diagnostisch-probatorischen Sitzungen. Diese Sitzungen bieten ausgiebig Raum dafür zu klären, worum es Ihnen als Patientin / Patient geht, mit welchem Anliegen Sie kommen, auf welches Ziel hin gearbeitet werden soll. 

Im Zuge dieser Sitzungen stellt sich in der Regel auch heraus, ob die persönliche Grundlage für ein Arbeitsbündnis zwischen Ihnen als Patientin / Patient und mir als Therapeut gegeben ist. Es sollte sich hinreichend klar abzeichnen, dass ein Vertrauensverhältnis erwachsen kann, dass die Arbeitsbeziehung auf einer Art Grundsympathie fußt, die für die weitere Behandlung unerlässlich ist.
 
In diesen ersten Sitzungen bedeutet der diagnostische Teil nicht nur das Stellen einer Diagnose, die für die formale Beantragung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse nötig ist, sondern ist weitergefasst zu verstehen. 
Diagnose bedeutet auch die Erfassung der gegenwärtigen Lebenssituation. Neben den aktuellen Beschwerden und Problemen gehört dazu auch die Lebensform, Partnerschaft / Ehe, Arbeitssituation, Fragen der finanziell-materiellen Sicherheit, Kontakte und Beziehungen, Familiensituation. 
Das bedeutet darüber hinaus auch die Erfassung der zurückliegenden Lebensgeschichte mit allen dazugehörenden Facetten. 
Ganz wesentlich gehören in dieses Therapiestadium aber auch schon Fragen des Potentials mit dem Sie kommen. Was hat in der Vergangenheit geholfen, was hat das Durchstehen kritischer Lebensereignisse oder ganzer Lebensabschnitte ermöglicht, welche Unterstützungen von Außen welche inneren Ressourcen  gab und gibt es. 
Und schließlich gehört der Ausblick in die Zukunft auch schon in den Therapiebeginn. Mit welcher Erwartung kommen Sie? Welches sind die - konkreten-  Ziele für die psychotherapeutische Behandlung, welche Zukunftsentwürfe gibt es?
 
Die persönliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen und Aspekten erfolgt in der ersten Phase der Therapie auf verschiedenen Wegen.
Dies geschieht einerseits über das therapeutische Gespräch, wie auch im weiteren Verlauf der Behandlung, andererseits auch über die Bearbeitung eines Anamnesefragebogens, der zur Beantwortung mit nach Hause gegeben wird.
Im Rahmen der ersten Sitzungen wird anhand einer Lebenslinie der chronologische Verlauf des Lebens mit seinen wesentlichen Ereignissen und Erfahrungen von der Geburtssituation bis zur aktuellen Lebenssituation nachgezeichnet.
Das persönliche soziale Gefüge in dieser gegenwärtigen Lebenssituation wird gezielt besprochen wie auch  Aspekte des familiären Hintergrundes schon genauer beleuchtet werden. Dies geschieht anhand eines Genogramms (im Aufbau ähnlich einem Stammbaum), mit dem sich das Familienbild in seiner persönlichen Bedeutung bis in die Generation zumindest der Großeltern erfassen lässt.
 
Der weitere therapeutische Verlauf  orientiert sich wesentlich an den aktuellen Konflikten und Themen, die Sie mit in die Sitzungen bringen. Diese Sitzungen sind weniger strukturiert als in der diagnostisch-probatorischen Phase der Behandlung. 
 
 
Der formale Ablauf gestaltet sich folgendermaßen:
 
Nach einem Klärungsgespräch im Rahmen einer "psychotherapeutischen Sprechstunde", die für Sie als PatientIn ab April 2018 verpflichtend vor Aufnahme einer Psychotherapie ist, finden mindestens zwei und höchstens vier diagnostisch-probatorische Sitzungen statt. Stellt sich im Rahmen dieser Gespräche heraus, dass eine ambulante Psychotherapie (bei mir und als Kassenleistung im therapeutischen Verfahren der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie) sinnvoll ist, wird der Antrag bei der Krankenkasse gestellt. 
In der Regel wird zu Beginn der Psychotherapie ein Antrag über Kurzzeittherapie (KZT) gestellt, dieser unterteilt sich in zwei Abschnitte zu je zwölf Sitzungen (KZT1 und KZT2), die separat beantragt werden müssen.
Im Falle einer Verlängerung auf bis zu 60 Sitzungen als Langzeittherapie (LZT) ist zusätzlich zur formalen Beantragung ein ausführlicher Bericht des Therapeuten an einen Gutachter der Krankenkasse notwendig. Dessen Empfehlung dient dann der Krankenkasse als Grundlage für die Entscheidung über den Antrag auf Kostenübernahme der Psychotherapie
Oft dauern Behandlungen 60 – 100 Sitzungen, die sich über einen Gesamtzeitraum von 1 -3 Jahren erstrecken.
 
Die Beantragung auf Beihilfeleistung unterscheidet sich in den Beantragungsschritten, vor allem ist gleich im Anschluss an die diagnostisch-probatorischen Sitzungen ein Bericht an einen Gutachter notwendig. Die eigentliche Behandlung darf dann erst nach Zusage der Beihilfestelle beginnen.
 
Für privat Versicherte gelten die mit der privaten Krankenkasse geschlossenen Vereinbarungen in Ihrem Versicherungsvertrag. Falls Sie unsicher sind, ob und in welchem Umfang Ihre Kasse die Kosten trägt, sollten Sie sich vor Behandlungsbeginn dort kundig machen.