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Grundlagen

Die Anwendung psychologischer Erkenntnisse zur Bewältigung und Lösung von Herausforderungen, Konflikten und Erkrankungen oder zur Verbesserung beruflichen Handelns oder persönlicher Weiterentwicklung bedarf einer professionellen, gut ausgebildeten Fachkraft. Als Diplom Psychologe ausgebildet und in jahrzehntelanger Praxis weitergebildet und erfahren arbeite ich auf dem Hintergrund wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse und Zusammenhänge. Psychologie als die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten von Menschen stellt dabei den theoretischen Background und die Möglichkeiten seiner praktischen Anwendungen zur Verfügung.

Im Speziellen stellen vier große Strömungen der Psychologie für mein Verständnis und meine Anwendung psychologisch fundierten Arbeitens die Basis dar.

1. Humanistische Psychologie

"Wir dürfen den Menschen nicht nur als das sehen, was er ist, sondern müssen erkennen, wie er sein kann.“

(Abraham Harold Maslow)

"Humanistisch" stammt etymologisch gesehen von "human" und "humus" ab und bedeutet "auf das Wohl des Menschen gerichtet". 

Die Humanistische Psychologie entstand in den 60er Jahren in den USA, etablierte sich schnell im Kontext von Beratung und Therapie und fand bald Ableger und Weiterentwicklung in Europa.

Die Humanistische Psychologie postuliert für jeden Menschen eine Selbstaktualisierungstendenz, die besagt, dass Menschen psychisch wachsen und sich auf ein persönlich sinnvolles Ziel hin wachsen wollen. Sie sieht jeden Menschen als einzigartig an, mit vielfältigem Potential ausgestattet, das sich in zwischenmenschlichen Beziehungen entfaltet. Als einzigartiges Ganzes ist der Mensch mehr als die Summe seiner Teile. Er wird als in der Lage zu wählen und sich zu entscheiden angesehen, was elementar für Veränderung und Entwicklung ist. Entsprechend der humanistischen Sichtweise verstehe ich meinen Coachingansatz als phänomenologisch, d.h. über die ausschließlich rationalen Aspekte hinausgehend sinnstiftend und ganzheitlich ausgerichtet, integrativ wirkend und stets an Wertschätzung orientiert.

2. Konstruktivismus

"Wir sind die Schauspieler auf der Bühne, nicht die Zuschauer auf den Rängen." 

(O'Conner & Lages).

Mit dem Begriff Konstruktivismus werden psychologisch - philosophisch - erkenntnistheoretische Ansätze zusammengefasst, die auf der zentralen Annahme fußen, Erkenntnis ist stets eine Konstruktion der Wirklichkeit. Der Mensch ist damit niemals nur Beobachter (einer externen, „objektiven“ Wirklichkeit) sondern stets als Konstruierender auch schöpferischer Teil des Ganzen.

Die Konstruktionen sind dabei nicht als ein bewusster und planvoller Akt zu verstehen sondern vielmehr als ein Produkt meist unbewusster Vorgänge. Sie sind darüber hinaus mit der Tendenz versehen, die Konstruktionen, die wir erschaffen, auch aufrechtzuerhalten. Dies ist mitverantwortlich dafür, dass Muster in unserem Denken und Handeln entstehen, die auch oftmals dann noch gelten, wenn der Kontext nicht mehr dazu passt.

Es gibt also nicht nur eine Welt, sondern verschiedene, jeweils subjektive Welten. 

Für das Coaching bedeutet dies, dass es nicht eine richtige Antwort auf eine Frage gibt, sondern die individuell passende Antwort entwickelt sich aus Ihrer Sicht -auf Ihre Wirklichkeit- und aus unserem Zusammenspiel als Coach und Klient.

Konstruktivismus beinhaltet jedoch nicht nur Erkennen sondern auch Handeln und mit jedem Handeln verändern wir die Welt und uns selbst. Dies gilt es im Coaching zu nutzen, denn Einsicht allein genügt nicht für Veränderung und Entwicklung. Es geht darum auch subjektiv passende Handlungsalternativen zu entwickeln und dadurch die eigene Welt(sicht) verändernd zu erweitern.

3. Hypno - systemisch - kompetenzorientierte Modelle

"Die Ressourcen, die Du brauchst, findest Du in Deiner eigenen Geschichte."

Milton Erickson

Das hypnosystemische Modell verbindet wesentliche Elemente der Hypnotherapie nach Milton Erickson mit Vorstellungen systemischen Denkens und Vorgehens. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist das Verständnis von Aufmerksamkeitsfokussierungen. Einer Ausrichtung auf die sogenannten Probleme (schon der Bergriff "Problem" bedingt eine spezielle Wahrnehmungsverengung) steht die Fokussierung auf Kompetenzen gegenüber. Hypnosystemisches Arbeiten bedeutet also Arbeit an und mit den in Ihnen bereits vorhandenen, vielleicht nur schlummernden Kompetenzen. Unsere Kompetenzen sind oftmals nur wenig bewusst, vielleicht erahnt, allzu oft vernachlässigt, vor allem, wenn im Erleben der problematische Anteil vorherrscht. Für den Coachingprozess bedeutet dies die gezielte Hinwendung zu den in den Hintergrund geratenen Kompetenzen und Ressourcen, deren Auffinden und Aktivieren.

4. Tiefenpsychologische Ansätze

"Jedes Mal, wenn es uns gelingt, von dem, was in uns steckt, Gebrauch zu machen, gewinnen wir ein Stück Freiheit“

Im tiefenpsychologischen Verständnis innerseelischer Vorgänge und zwischenmenschlicher Kommunikation wird vorbewussten und unbewussten Anteilen ein hoher Stellewert zugesprochen. Diese Anteile können nicht in Gänze jedoch in einem emotionalen Erkenntnisprozess in konkreten Bezügen erforscht und bewusst gemacht werden, um diese dann integrieren zu können. Dies gilt sowohl für funktionale wie dysfunktionale Aspekte und ist sowohl im Coaching als auch im psychotherapeutischen Kontext wesentlich.